Ein Tag in Agulhas

Die wohl wichtigste Aktivität oder besser Passivität, die stressgeplagte Europäer verlernt haben, ist das Nichtstun, die Entdeckung der Langsamkeit. Der schnelle Takt von einem touristischen Höhepunkt zum anderen, das Abfotografieren der Highlights als Vorsichtsmaßnahme, weil man die Geschehnisse selbst gar nicht richtig wahrgenommen hat. Dies alles führt nicht wirklich zur Erholung sondern bereitet weiteren Urlaubsstress.

 

Hier am südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents beherrscht die Natur die Szenerie unglaublich faszinierend. Man muss sich nur darauf einlassen, sie auf sich wirken lassen.
Ein Spaziergang zum „südlichsten Punkt“ mit etwas Proviant im Rucksack  entlang einer Felsküste mit Tausenden von Muscheln, Steinformationen, geformt durch unendliche Gezeiten, Stürme, Sonne und Wind. Die Welt der Vögel, segelnde Möwen, tauchende Kormorane, Kronenkiebitze, schwärmende Oryxweber, schimpfende Oystercatcher und nicht zuletzt auch mal einen sich sonnende Seelöwen, kann man beobachten, sofern man die Hast abstreift und zum Beobachter dieser traumhaften Küste wird.

 

Nach dem südlichsten Punkt, an dem unbedingt eine Rast fällig ist, liegt nach knapp einem Kilometer das Schiffswrack „Meisho Maru“, gestrandet im Jahre 1982, rostend auf Grund. Ewig wird diese Skulptur der Seefahrt nicht mehr zu sehen sein. Der nagende Rost lässt sie von Jahr zu Jahr kleiner werden.

 

Nun ist der Nachhause-Marsch angesagt und dann wird Sie eine wohlige Müdigkeit zu einem erholsamen Schläfchen einladen.

Am späten Nachmittag  könnte man sich in den historischen kleinen Hafen von Struisbaai begeben. Hier ist eigentlich weiter nichts los, zumindest auf den ersten Blick. Auf der Kaimauer sitzend werden Sie aber bald feststellen, dass der Hafen eine liebenswerte Betriebsamkeit entwickeln kann. Auslaufende Fischerboote mit von der See gegerbten Seeleuten, hereinkommende Boote mit mehr oder weniger erfolgreichem Fischfang. Neugierige wie Sie stehen herum, beobachten die Reparaturarbeiten der auf Dock liegenden Schiffe oder bewundern die Rochen, die sich im Hafen von Struisbaai heimisch fühlen.
Zurück im OCEAN ART HOUSE wartet ein köstliches Abendessen mit einer guten Flasche Wein aus der Region auf Sie.

Apropos was ist in Agulhas eigentlich los? Nur wenige Autominuten vom Hotel entfernt wartet auf Sie der zweitlängste Sandstrand der südlichen Hemisphäre. 18 km ununterbrochener Sandstrand, fast immer menschenleer, lädt dazu ein, kräftig auszuschreiten. Windjacke und Sonnenschutz nicht vergessen! Ein ozeanisches Vergnügen, das Sie lange in Erinnerung behalten werden.

 

Oder eine Fahrt mit dem Jeep durch das Agulhas Naturreservat und entlang der Küste – das muss man anmelden, aber unvergleichlich schön!
Oder ein Ausflug in das Naturreservat „De Mond“ mit der Flussmündung des Heuningnes River zum Indischen Ozean mit einer grandiosen Dünenlandschaft und zauberhafter Vogelwelt.
Oder mit einem gecharterten Boot  auf Hohe See. Mit etwas Glück erlebt man hier hunderte von Delphinen und ziemlich sicher das Gefühl der wogenden und stürmischen See (Ausflugsboot ab Struisbay Harbour für ca. 1,5 Std. – maximal 11 Personen á R 180 – zu buchen bei Backpackers in Struisbay).
Oder eine Fahrt in das nahe gelegene Weingebiet Cape Agulhas. Die naturbelassenen Straßen, eine erhabene Landschaft, hin und wieder ein Milkwoodtree, vereinzelte Springböcke, scheue Blue Cranes (Nationalvogel Südafrikas), stattliche Bullen und unendliche Schafherden.

Hiermit könnte man auch den Besuch des Nuwejaars Wetland Parks verbinden – mehr dazu finden Sie unter folgendem Link http://www.nuwejaars.com/